Hundetraining
Viele von uns kennen die altergebrachten "Weisheiten" der Hundeerziehung: Der Hund muss "wissen, wer der Chef ist", den Menschen als Rudelführer anerkennen/sich unterordnen etc.
So wird dem Hund noch heute oftmals mittels Leinenruck, Würgehalsbändern, "Schepperdosen" und etlichen weiteren Methoden "gezeigt, wer hier das Sagen hat".
So manche Halter:innen sind dann einerseits stolz, wie sehr der Hund "spurt", andererseits völlig überrascht und ratlos, wenn sich so mancher Vierbeiner dann plötzlich und scheinbar ohne Vorwarnung zur Wehr setzt und seinen Besitzern die Rechnung präsentiert.
Oder aber, der Hund fällt in eine erlernte Hilflosigkeit, weil er es aufgegeben hat, seine Situation ändern zu wollen bzw. weiß, dass dies ohnehin nicht möglich ist.
Je nach Charakter und Veranlagung des Hundes können durch derartige Methoden auch massive Angst- und/oder Aggressionsprobleme entstehen.
Was ist denn nun der Haken an der Sache?
Natürlich erzielt man durch aversive Methoden Erfolge - und dies auch noch in relativ kurzer Zeit! Man hat also scheinbar ohne viel Aufwand das gewünschte Verhalten "trainiert". Oder?
Das Problem dabei ist: Der Hund zeigt das erwünschte Verhalten, weil er Angst vor der Strafe hat, die ihm ansonsten blüht. Von der tierschutzrechtlichen Komponente einmal ganz abgesehen, macht man sich das Vertrauensverhältnis zu seinem Vierbeiner damit kaputt.
Und: Der Hund lernt dadurch keine Alternative, d.h., er bekommt gar nicht die Chance, zu verstehen, wie er sich richtig verhalten soll.
Tierschutzqualifiziertes Hundetraining basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach dem Hund durch positive Verstärkung vermittelt wird, was wir von ihm wollen. Das gibt ihm die Möglichkeit, gerne das auszuführen, was wir ihm lernen möchten.
Auch die Mensch-Hund-Beziehung steht hier im Vordergrund: Der Mensch wird eingehend darin geschult, die (Körper-)Sprache seines Hundes deuten und verstehen zu lernen. Und nur so kann eine Kommunikation auf Augenhöhe stattfinden - was eine auf gegenseitigem Vertrauen basierte Mensch-Hund-Beziehung ermöglicht.